1.12.2007 

Geliebtes Kind, die Zeit des Abschieds naht. Wenige Tage wurden uns seit der Diagnose gelassen. Du bist noch so klein, so zerbrechlich, wir hatten viel zu wenig Zeit. Warum wirst du mir genommen. Warum darfst du nicht Leben? Wieder und wieder spüre ich deine Tritte in meinem Bauch. Du willst nicht aufgeben, ich will nicht aufgeben. Wir haben keine Wahl. Ich weiß ich muss dich gehen lassen. Aber der Gedanke zerreißt mich. Niemand kann mir diesen Schmerz nehmen. Und wieder spüre ich deine Tritte....
 

So gebe ich mein Kind in deine Hände in der Hoffnung, dass du uns nicht ganz verlassen hast...
 
 
  
6.12.2007


Du fehlst mir so. Mama´s sind zum beschützen da. Ich habe versagt. Jetzt bist du fort und diese Leere raubt mir den Verstand. Ich habe dich gehalten, gestreichelt und auf ein Wunder gewartet. Doch es kam nicht. Und immer wieder die Frage nach dem Warum. Warum wird uns ein gemeinsamer Weg versagt? Bilder, Tränen und dieser unendliche Schmerz. Das ist alles was mir bleibt. Hätte ich doch nur mit dir tauschen können........
 
10.12.2007

Mein lieber Schatz
In wenigen Stunden ist es soweit. Ich muss dich für immer ziehen lassen. Es ist alles so unwirklich. Ein schlechter Traum aus dem ich einfach nicht erwache. Dieser letzte Weg, den wir zusammen gehen werden, es wird wohl mein schwerster. Viele sagen mir: denk an deinen Sohn. Er ist gesund und braucht dich. Ich denke an ihn. Aber ein großer Teil von mir ist mit dir gestorben. Ich funktioniere einfach nur noch. Ein Roboter dem man die Deaktivierung versagt. 
 
15.12.2007

Mein kleiner Engel

Ich habe dich gehalten, dich umarmt, gestreichelt und doch musste ich dich hergeben. Nie werde ich dieses Gefühl vergessen. Ich habe deine Hand gehalten und ich wusste, du gehörst zu mir. Und obwohl ich dich jetzt in guten Händen weiß, lässt der Schmerz nicht nach. Es ist ein anderes Gefühl von Schmerz aber er bleibt. Ich wünschte ich könnte dich noch einmal sehen und dir all das sagen, was ich dir niemals sagen kann.  
 
 
03.02.2008
Das Leben geht weiter

 
Ich habe viel erlebt in den letzten Wochen. Habe viele Phasen der Trauer erfahren. Wut, Selbstzweifel, flucht in die Religion, Einbildung von Zeichen aus der Geisterwelt, Verleugnung des eigenen Schicksals, Selbstmitleid und und und. Die Trauer hat viele Gesichter. Die Frage: warum passiert das ausgerechnet mir, jeder in dieser Situation stellt sich diese. Antworten darauf bekommt man nicht. Die vielen Gästebucheinträge haben mir gezeigt, dass ich nicht alleine bin und haben mir sehr geholfen. Doch eine Frage bleibt. 
Die Frage ob ich richtig entschieden habe. 
Jetzt aber verstehe ich.... du kommst nicht wieder. 

 

Die 2te Chance – und wir haben sie verdient!

Es war nicht einfach sich dafür zu entscheiden, es noch einmal zu versuchen. Die Angst vor einem erneuten Schlag war sehr groß. Wir waren hin- und hergerissen. Sollen wir? Sollen wir nicht? Und dennoch... Unsere Kleine brauchte eine 2te Chance. Monatelang versuchten wir alles um schwanger zu werden. Nichts half, es sollte wohl nicht sein. Anfang des Monats entschieden wir uns aufzugeben. 
Und wieder schlug das Schicksal zu. Wir stellten fest das wir überhaupt nichts bestimmen können. Unsere Meinung ist hier nicht gefragt. Ich bin schwanger! Unzählige Gedanken gehen uns derzeit durch den Kopf. Wir können beide nicht leugnen das im Moment die Angst über der Freude steht. Der Termin bei der Ärztin brachte unglaubliches zu Tage. Der geschätzte Geburtstermin ist mit dem meines Sternchen identisch. Auf den Tag genau. Zufall?? Ich glaube nicht mehr an Zufälle.
Ich wünschte nur ich könnte diesen Moment mit dem Menschen teilen an den ich gerade denke..... Aber auch das liegt nicht in meiner Hand.


29.07.2008

Ich habe es verloren. Tja, das nennt man wohl wirklich Schicksal.

 


31.10.2008 
Schatten

Der Jahrestag nähert sich und die Träume häufen sich. So oft habe ich dich in den letzten Tagen geboren und verloren. Immer wieder auf´s Neue sah ich dich sterben. Angst macht sich breit einzuschlafen. Einzuschlafen mit dem Wissen das ich dich dort im Traumland wieder verliere und wach werde mit dem Wissen, der Traum ist Wirklichkeit. Was soll ich tun. Ich kann nicht weglaufen. Der Tag wird kommen an dem ich an deinem Grab stehe und dir dein erstes Geburtstagsgeschenk überreiche. 
Was wird das für ein Weihnachten sein? Ein Weihnachten überschattet von Traurigkeit. Weihnachten unter einem grauen Tuch. Und dennoch muss es auch ein Weihnachten voller Freude werden.  Also wird auch dann wieder die Maske, die mir fast schon angewachsen erscheint aufgesetzt und ich werde mich mit versteckten Tränen über die leuchtenden Augen deines Bruders freuen. Ich werd´s ihm nicht verderben. Ganz bestimmt nicht. 

 

28.06.2011 

Ich hab doch alles versucht. Was hätte ich noch tun können? Was zum Teufel stimmt denn nicht mit mir? Was hab ich getan um solche Strafen zu verdienen???? Du wirst im Grab deiner Schwester bestattet. So bist du nicht allein. Es ist ungerecht, so ungerecht. In mir steigt eine unglaubliche Wut auf. Soviele Menschen bekommen Kinder die sie garnicht wollen. Die sie weggeben oder abtreiben. Und wir??? So gern würde ich diesen Menschen.......

Ich kann mir keine Babys mehr ansehen. Entferne mich von Menschen mit Babys weil ich ihre Nähe nicht ertrage. Neid....

Es ist blanker Neid und ich kann nichts gegen dieses Gefühl tun.

 

24.05.2017

Soooo schön verdrängt..... Zeit heilt alle Wunden.... Schöner Gedanke, stimmt aber nicht. 

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